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VDE-Positionspapier "Technologische Souveränität" (Download)

SKU: 10182
Quick overview Technologische Souveränität: Vorschlag einer Methodik und Handlungsempfehlungen 30 Seiten
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Technologische Souveränität ist die Fähigkeit eines Staates oder einer Gesellschaft, politische und gesellschaftliche Prioritäten umsetzen zu können, ohne dabei durch unzureichende oder fehlende Kontrolle über Technologien behindert zu werden. Sie ist von Autarkie einerseits und von Fremdbestimmung andererseits abzugrenzen. Klima- und Umweltschutz, Digitalisierung im Sinne der sozialen Marktwirtschaft und Datenschutz sind Ziele, deren Umsetzung von der Verfügbarkeit geeigneter Technologien abhängig sind. Die Bundeskanzlerin führt diesbezüglich am 11. September 2019 im Deutschen Bundestag als Beispiele für Technologien, in denen wir nur im europäischen Kontext wieder den Anschluss an die Weltspitze erreichen können, u. a. Mikroelektronik und Batteriezellenfertigung an.
Ziel dieses Positionspapieres ist, das Konzept der technologischen Souveränität tiefer zu diskutieren, zu analysieren, welche Voraussetzungen für Erhalt oder (Wieder)-Erlangung technologischer Souveränität zu schaffen sind, und insbesondere für das zentrale Technologiefeld der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) konkrete Empfehlungen zu formulieren.
Technologiefelder sind nicht mit Branchen oder Anwendungen gleichzusetzen, da diese in sehr verschiedenen Anwendungen zum Einsatz kommen können. Dieses Papier betrachtet Technologiefelder als eine für die Beurteilung der technologischen Souveränität relevante Dimension. Zur Identifikation und Bewertung von Technologiefeldern werden Kriterien vorgeschlagen, die neben wirtschaftlichen auch gesellschaftliche und politische Aspekte umfassen.
Ein wesentlicher Beitrag des Papiers liegt in der Bewertung technologischer Souveränität entlang einer generalisierten Wertschöpfungskette, da sich die Anforderungen an die technologische Souveränität erheblich mit der innerhalb der Wertschöpfungskette wahrgenommenen Funktionen unterscheiden. Das Papier konkretisiert, was „technologische Souveränität“ bedeutet, indem es entsprechende Anforderungen für die verschiedenen Stufen entlang der Wertschöpfungskette beschreibt. Es stellt sich heraus, dass die konkrete Ausgestaltung der Souveränitätsanforderungen vom Technologiefeld abhängt, es zugleich aber auch übergreifende Gemeinsamkeiten gibt. Zur Quantifizierbarkeit werden unterschiedliche Souveränitätsgrade vorgeschlagen.
Die Methodik, Anforderungen an die technologische Souveränität entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen, wird anhand des Technologiefeldes KI und der Schlüsseltechnologie 5G konkret vorgestellt. In der IKT brauchen wir eine ausgeprägte Befähigung zu souveränem Handeln, indem wir selbst über das technische Detailwissen verfügen, international relevante Forschung betreiben sowie eigene Infrastrukturen konzipieren, aufbauen und nutzen können. Da wir in der IKT die Komponenten überwiegend von internationalen Herstellern beziehen, müssen wir in der Lage sein, deren Vertrauenswürdigkeit selbst zu validieren und die Infrastrukturen umfassend selbst zu betreiben und zu warten. Wir brauchen Souveränität aber keine Autarkie, die es bei der Entwicklung von Technologien der ITK heute nicht mehr geben kann.
Aus Sicht der ITG haben Förderung der Ausbildung und Stärkung der Forschung eine sehr starke Hebelwirkung in der Gewährleistung technologischer Souveränität in aktuellen und zukünftig relevanten Technologiefeldern sowohl für die Wirtschaft (Entwicklung, Produktion, Nutzung) als auch für die Gesellschaft.
Die ITG will mit diesem Positionspapier einen branchenübergreifenden Prozess mit definierten Kriterien anstoßen, mit dem die relevanten Technologiefelder und die aktuell dahinterstehenden Schlüsseltechnologien identifiziert werden. Nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit kann auf nationaler Ebene ein einheitliches Bild ermittelt werden, wo besondere Anstrengungen zum Erhalt bzw. zur (Wieder-)Erlangung technologischer Souveränität erforderlich sind und welche konkreten Anforderungen an die technologische Souveränität erwartet werden.
Im Sinne des von der Bundeskanzlerin beschriebenen europäischen Kontextes sind die Anforderungen an die technologische Souveränität auch aus europäischer Perspektive zu bewerten. Vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage braucht Europa technologische Souveränität, welcher Grad in welchem Technologiefelder zu erreichen ist, ist zu ermitteln. Wo für eine einzelne Volkswirtschaft ein gewünschter
Souveränitätsgrad unrealisierbar ist, so kann dies im europäischen Kontext durchaus möglich sein.

Additional information
Manufacturer: VDE|ITG
Products specifications
Language deutsch
Publication Date 29.01.2020
Publikationart Positionspapier